Erziehung ein Hundeleben lang

Welpenschule, Sozialisierung, Grundkommandos – hat der Vierbeiner die Grundlagen gelernt, hört für viele das Training auf. Aber ist damit gleichermaßen die Erziehung abgeschlossen? Sicher nicht, zumal der Hund irgendwann in die Pubertät kommt. Und es wird in seinem Leben noch viele Veränderungsprozesse geben, die ein Weiterlernen erfordern.

 

Fälschlicherweise wird Erziehung oft mit Gehorsam und damit dem Befolgen von Geboten und der absoluten Unterordnung gegenüber einer Autorität gleichgesetzt. Hartnäckig hält sich der Mythos der Dominanztheorie, nach der Wölfe in einer strengen Hierarchie leben, mit einem despotischen Alphawolf, der seine Machtposition immer wieder aufs Neue erkämpfen müsse. Der Hundehalter möge diesem Beispiel folgen und seinen domestizierten Freund ebenfalls permanent unterbuttern. Bitte vergessen Sie das ganz schnell wieder, denn heute wissen wir, dass frei lebende Wölfe äußerst sozial im Familienverband leben und wir unseren Hunden mit Druck und Strafe keineswegs gerecht werden.

 

Durch ihre jahrtausendelange Geschichte an der Seite des Menschen haben sie eine sehr enge Bindung aufgebaut, sind durch ihr besonderes Sozialverhalten, ihre Kommunikationsfähigkeit und ihr Lernvermögen perfekt an das Leben mit uns angepasst. Ihr Fühlen und Denken sowie ihre außergewöhnliche Kooperationsbereitschaft machen sie keineswegs zu einem bedingungslosen Befehlsempfänger, sondern zu einem sozialen Partner. Das Entfalten und Fördern unter Berücksichtigung individueller Bedürfnisse, Eigenarten und Fertigkeiten sollte stets das oberste Ziel seiner Erziehung bleiben.

 

Tierpsychologin Christine Holst zeigt anhand vieler Beispiele auf, warum das permanente Training so wichtig ist.