Häufig bestimmen wiederkehrende Infekte, Magen-Darm-Probleme oder Juckreiz
den Alltag der tierischen Partner. Können ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen werden, rückt schnell die Ernährung als mögliche Ursache in den Fokus. Und in diesem Zusammenhang tritt unwillkürlich die Frage auf: Was sind die größten Fehler in der Fütterung der Hunde?

  1. Mangelhafte Nährstoffversorgung

Antriebslosigkeit und wenig Tatendrang können erste Hinweise auf eine unzureichende Versorgung mit Makro- und Mikronährstoffen sein – insbesondere bei Jungspunden oder erwachsenen Hunden. Die eine goldene Ernährungsregel gibt es nicht. Und dass gebarfte Schnauzen grundsätzlich bessergestellt sind als diejenigen, die Zeit ihres Lebens ein Alleinfuttermittel bekommen, stimmt auch nicht.

Ein modernes Hundefutter hat das Ziel, den Hund ausgewogen und mit allen Nährstoffen zu versorgen. Für einen gut funktionierenden Stoffwechsel muss vor allem die Energiezufuhr stimmen.

Fütterungsfehler der Hundehalter
Qualität kommt vor Quantität
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2. Das Alter des Hundes ignorieren

Bei Welpen und jungen Hunden in der Wachstumsphase spielt eine hochwertige Proteinversorgung sowie ein altersgerechtes Kalzium-Phosphor-Verhältnis (1,3:1) die Hauptrolle. Sie unterstützen den Knochenbau, die Gelenke und Gehirnentwicklung des tapsigen Nachwuchses. Schießt der Lütte plötzlich in die Höhe, ist das ein eindeutiges Anzeichen für eine unausgewogene Ernährung.

In der Mitte des Lebens sind Größe und Aktivitätslevel des Hundes entscheidend und bestimmen die Nährstoff- und Energiemenge. Senioren brauchen entgegen vieler Meinungen nicht zwingend weniger Eiweiß, dafür aber hochwertiges und leicht verdauliches. Spezielles Futter berücksichtigt ihren Nährstoff-, Vitamin- und Mineralstoffbedarf. Auch das Kalzium-Phosphor-Verhältnis verändert sich im fortgeschrittenen Alter, denn wenn die Nierentätigkeit nachlässt, wird mehr Phosphor ausgeschieden und im Blut abgelagert. Das wiederum führt zu den klassischen Gelenkproble- men, Arterienverkalkungen oder Durchblutungs-störunge

  1. Zu dogmatisch füttern

Einer der größten Fehler ist, bei der Ernährung der Hunde zu starr und zu unflexibel vorzugehen. Eine gewisse Fürsorgepflicht ist wichtig, falsche Ideologien dagegen nicht. Tierbesitzer übersehen dann oft die individuellen Bedürfnisse ihrer besten Freunde. Beispielweise darf ein Vierbeiner, der grundsätzlich nur Trockenfutter erhält, durchaus öfter mal etwas frischen Blättermagen bekommen.

Kritisch wird es bei einer ausschließlich veganen oder vegetarischen Kost. Diese in den Speiseplan des Hundes zu integrieren ist sinnvoll und förderlich, um den tierischen Proteingehalt gelegentlich runterzuschrauben. Eine rein pflanzliche Ernährung aber bedarf grundlegender Kenntnisse und sollte nicht ohne Expertise geschehen.

  1. Zu einseitig ernähren

    Vielfalt ist gefragt
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Immer nur das Gleiche im Napf ist doch langweilig, oder? Nicht nur das, es ist zudem nicht sinnvoll, denn Hunde profitieren von einer Nährstoffvielfalt. Insbesondere bei Vierbeinern, die an einer Futtermittelallergie leiden, ist die Gefahr, zu einseitig zu füttern besonders hoch. Reagiert Bello auf eine Proteinsorte sensibel, ist es natürlich wichtig, besagte Quelle konsequent auszuschließen. Bei allen anderen Zutaten wie Gemüse, Obst und Kohlenhydraten darf aber durchaus variiert werden.

Fette und Kohlenhydrate sind wichtig Hunde prohaben eine Reihe von Aufgaben im Hundeorganismus, sind vor allem hervorragende Geschmacksträger und Energielieferanten. Aber auf das richtige Verhältnis der Fettsäuren kommt es an.

  1. Falsche Fütterungsmenge

Die Fütterungsempfehlungen auf den Verpackungen der Alleinfuttermittel beziehen sich grundsätzlich auf den Erhaltungsstoffwechsel. Sie sind lediglich Richtwerte. Die tatsächliche Menge bemisst sich nach dem individuellen Bedarf. Ganz allgemein, quasi als Faustregel, ist von zwei bis drei Prozent des aktuellen Körpergewichts die Rede. Doch wie wird der individuelle Bedarf eigentlich ermittelt?

Fütterungsfehler der Hundehalter
Auf die richtige Menge kommt es an
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Der FEDIAF, der europäische Dachverband der Heimtiernahrungsindustrie, zieht dafür die sogenannte metabolische, also umsetzbare Energie (ME) heran. Sie bezeichnet die gesamte verwertbare Energiemenge, die einem Hund aus seinem Futter zur Verfügung steht. Dabei wird das Verhältnis von seiner Körperoberfläche zum Körpergewicht mit berücksichtigt. Kleine Rassen haben dementsprechend proportional ein höheres metabolisches Gewicht als größere.

  1. Irrtümliche Deklarierung

Ein Blick auf die Zutatenliste verrät, was darin enthalten ist. Je länger, umso besser? Nicht unbedingt, vor allem, wenn es sich überwiegend um synthetische Zusätze handelt. Aber auch Trends wie „Weniger ist mehr“ können tückisch sein. Gute, hochwertige Produkte sind an einer klaren, nachvollziehbaren Deklaration erkennbar. Das gilt ebenso für die Nebenerzeugnisse. Was drinsteckt, muss draufstehen – so einfach ist es!

Wichtig aber sind die Inhaltsstoffe an sich. In der Zusammensetzung müssen alle Zutaten des Produktes in absteigender Reihenfolge verzeichnet sein. Der Bestandteil mit dem höchsten Gewichtsanteil ist demzufolge als Erstes deklariert.

Gut zu wissen: Oft steht Fleisch an erster Stelle. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass davon auch viel enthalten ist und sagt noch nichts über die Qualität des Produktes aus. Nicht die Quantität ist wirklich entscheidend, sondern die biologische Wertigkeit der Proteine.

  1. Verkehrte Mischfütterung

Trocken oder nass, gekocht oder gebarft – oder alles miteinander kombinieren? Warum nicht, es gibt gute Gründe für die Mischfütterung. Hauptsache gewusst wie, denn einfach nur die unterschiedlichen Futtersorten zusammenzumischen ist gleich aus mehreren Gründen kontraproduktiv. Zwei Dinge sollten dabei stets im Fokus bleiben: der Nährstoffbedarf und das Gewicht des Hundes.

Fütterungsfehler der Hundehalter
Vielfalt muss richtig portioniert werden
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Hinsichtlich einer kompletten Nährstoffversorgung ist die Mischfütterung etwas aufwendiger, da hier selbst auf eine ausgewogene Zusammensetzung geachtet und gerechnet werden muss. Für welches Konzept entscheidet sich der Halter generell? Wie hoch ist der Nassfutteranteil und wieviel Trockenfutter darf dazukommen? Außerdem sollte eine gewisse Kontinuität hinsichtlich der Zusammenstellung und Zusammensetzung der Produkte gewährleistet sein. Das bedeutet am besten, immer auf dem gleichen Niveau bleiben.

  1. Unpassender Lebensstil

Wie sieht der Alltag von Mensch und Hund aus, wie viel Zeit können die Halter für die Ernährung ihrer Vierbeiner aufwenden? Die Antwort auf diese Fragen birgt oft schon die richtige Antwort für das passende Napfkonzept. Wer viel unterwegs ist, seinen felligen Freund mit ins Büro nimmt und dort füttert, eine sehr praktische Lösung sucht oder einfach auf den Geldbeutel achten muss, der wählt häufig Trockenfutter. Es ist einfach zu dosieren, lange halt- und jederzeit einsetzbar, und es riecht nicht.

Auch ein Nassfutter eignet sich für eine schnelle und unkomplizierte Nahrungsaufnahme. Die Akzeptanz ist etwas höher, und durch die Herstellung im eigenen Saft oder in Wasser erhalten die Hunde viel Feuchtigkeit. Dank Fertigbarf-Konzepten trauen sich sogar berufstätige Frauchen und Herrchen oder Anfänger an die Rohfleischfütterung heran. Sie müssen dabei nur darauf achten, ob ein Zusatz benötigt wird und für die alltägliche Planung außerdem die Auftauzeiten berücksichtigen.

  1. Mangelnde Gewichtskontrolle

    Fütterungsfehler der Hundehalter
    Stress ist kontraproduktiv
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Kaum ein Hund kann einer kulinarischen Versuchung widerstehen, und wir Menschen lieben es, unsere felligen Lieblinge zu verwöhnen. Oder aber setzen Futter zu Erziehungszwecken ein. Da fällt es schwer, das richtige Maß zu finden. Und aus einem Fettpölsterchen wird schnell ein gesundheitsschädliches Übergewicht.

FdH ist aber keine Lösung, sondern eine sinnvolle Diät, am besten begleitet mit einem moderaten Sportprogramm. Manchmal ist der Wechsel zu einem anderen Ernährungskonzept sinnvoll. Einfach nur Rippen zeigen, ist übrigens keine ausreichendes mher Merkmal für ein Idelgewicht.

  1. Stress produzieren

Wir wissen inzwischen, welche negative Auswirkungen Stress auf die Vierbeiner hat. Und der kann sogar durch die Art, wie sie ihr Futter erhalten, entstehen. Müssen sie es sich ständig erarbeiten oder gar verteidigen, ist das mit der Zeit psychisch belastend. Der Stress kann dann im Stoffwechsel eine wahre Kettenreaktion auslösen.

Gleiches gilt für die Anzahl der Mahlzeiten. Nur eine und große Portion ist für viele Tiere belastend und führt zu einem unzureichenden Sättigungsgefühl.  Besser ist es zwei- bis dreimal über den Tag verteilt zu füttern. Nach der Nahrungsaufnahme sind Ruhephasen wichtig – allein schon wegen dem Risiko einer Magendrehung. Suzanne Eichel

 

 

 

 

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