Eine Frage wird gerade heiß diskutiert: Darf der beste Freund das Schlafzimmer
mit Frauchen und Herrchen teilen oder nicht? Für viele gibt’s nichts Schöneres, für andere ist es ein absolutes No-Go. Dabei haben Studien längst bewiesen, dass Hunde für süße Träume sorgen.
Forscher stellten jüngst fest: Ein Hund stört den Schlaf von Frauchen weniger als der menschliche Partner. Nachvollziehbar, wenn die Herren der Schöpfung beispielsweise mit nächtlichen Sägeeinheiten nerven. Da können sie sich auch nicht damit herausreden,
dass ihr Schnarchen als Überbleibsel der Evolution definiert und auf die Funktion, Raubtiere zu erschrecken, zurückgeführt wird.
US-Schauspielerin Demi Moore teilt ihre Schlafstätte gleich mit neun Tieren. „Wahrscheinlich bin ich deswegen Single“, erzählt sie lachend. Im royalen Schlafzimmer dagegen darf nur eine Leibwächterin bei Prinz William und seiner Frau Kate nächtigen: Cocker Spaniel Orla. Es gibt noch mehr gute Gründe für den Hund im Bett.

Gut für die Seele und Gesundheit
Beim Kuscheln werden bekanntlich der Botenstoff Serotonin und das Hormon Oxytocin
ausgeschüttet – der hormonelle Ausdruck von Liebe und Vertrauen. Atmung und
Herzfrequenz verlangsamen sich, Anspannungen lassen nach, Zwei- und Vierbeiner
fühlen sich wohl und geborgen. Die körperliche Wärme eines Tieres ist wie eine wohltuende Wärmflasche, die zu einer verbesserten Durchblutung und sogar zur Stimulation des Immunsystems beiträgt. Singles fühlen sich zudem viel sicherer und schlafen ruhiger, wenn der tierische Partner neben ihnen liegt.

Alles eine Frage der Größe
Dass der Vierbeiner sich angesichts der geteilten Schlafstätte rangmäßig dem Menschen gleich fühlt und sie verteidigt, stimmt glücklicherweise nicht und ist auf veraltete Dominanzannahmen zurückzuführen. Klare Regeln sind aber unerlässlich. Ob der Hund also bei einem schlafen darf, ist stets eine individuelle Entscheidung. Oder vielleicht eher noch eine Frage der Größe. Glücklicherweise gibt’s das Körbchen daneben als Alternative, für den Fall, dass es sich um eine Dogge oder einen Bernhardiner handelt. Das Gefühl der Nähe und Vertrautheit kommt ebenso auf, wenn der vierbeinige Gefährte eine Etage tiefer schlummert.
Auf die Hygiene achten
Es gibt natürlich auch Argumente gegen den Hund zwischen den Kissen. Das wohl wichtigste ist die Hygiene. Wer es mit dem Parasitenschutz und der Fellpflege nicht ganz so
genau nimmt, könnte bald ein paar krabbelnde Mitschläfer mehr in den Federn haben. Außerdem steigt das Risiko, sich mit einer bakteriellen Erkrankung anzustecken. Regelmäßige Parasitenprophylaxe und Fellpflege sind also unbedingt erforderlich – dann steht den gemeinsamen Schlummerstündchen nicht im Wege. Suzanne Eichel




