Nicht jeder Hund benötigt Nahrungsergänzungen. Insbesondere, wenn er mit einem Alleinfutter ernährt wird. Vitamine und Nährstoffe sind von dem jeweiligen Hersteller so berechnet, dass sie optimal auf den Bedarf der Vierbeiner zugeschnitten sind. Darauf kann sich der Halter bei hochwertigem Futter und Premiumnahrung durchaus verlassen. Anders ist es bei Hunden, die gebarft oder deren Mahlzeiten selbst zusammengestellt werden. Hier sind  spezielle Futterzusätze Pflicht, um den Nährstoffbedarf zu decken.

Der sinnvolle Einsatz von Nahrungsergänzungen

Im Handel gibt es zahlreiche Vitaminpräparate, Extrakte, Kräuter und Öle oder auch fertige Mischungen für spezielle Fälle. Bei Mangelerscheinungen, hohem Stress, großer körperlicher Belastung, Allergien oder nach einer Operation benötigt der Hund unterstützende Nahrungszusätze. Welches Mittel ist in welcher Dosierung am besten geeignet? Bei akuten Problemen kann der Halter mit einigen Zusätzen seinen Vierbeiner schnell selbst versorgen. Bei längeren Beschwerden oder wenn es um den Einsatz von Vitaminen geht, ist es ratsam vorab mit einem Tierarzt, Tierheilpraktiker oder Ernährungsexperten zu sprechen. Denn zu viel des Guten kann zu ernsthaften Problemen führen.

Aufgepasst mit Vitaminen, sie können auch schaden

Eine Überdosierung an Vitaminen wird in der Fachsprache Hypervitaminose genannt. Fettlösliche Vitamine, wie A, D und E werden vom Körper nicht alleine ausgeschieden. Eine zu hohe beziehungsweise über einen zu langen Zeitraum verabreichte Dosis kann toxische Schäden auslösen, die Wachstumsstörungen, Knochen- und Sehnenprobleme, brüchiges und trockenes Fell, Haarausfall, Müdigkeit und vieles mehr zur Folge haben.

Daher gilt: Weniger ist mehr. Nahrungsergänzungen und Heilkräuter sollten immer nur gezielt, also bei Bedarf oder als Kur, verwendet werden.

Die sieben beliebtesten Zusätze:

• Bierhefe ist reich an Mineralien und Vitaminen, vor allem an B-Vitaminen. Sie sorgt für schönes und glänzendes Hundehaar und ist als Kur beim Fellwechsel sehr hilfreich.

• Essenzielle Fettsäuren liefern Öle, wie beispielsweise Fischöle, die wertvolle Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren enthalten. Sie stärken den gesamten Organismus und sind besonders gut geeignet für Hunde, die sehr aktiv sind, unter Hautproblemen leiden oder zunehmen müssen. Jede Fütterung mit karotinhaltigem Gemüse und Obst benötigt ebenfalls einen Schuss Öl.

• Schwarzkümmel- und Kokosnussöle sind Allroundtalente für den Hundeorganismus. Vor allem aber schrecken sie Parasiten wie Zecken ab, indem sie den Eigengeruch des Hundes verändern.

• Die Spirulina platensis, eine Süßwasseralge, ist aus gutem Grund vielen Mitteln beigefügt. Sie enthält viele Proteine, Aminosäuren, Mineralstoffe, Vitamine und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Die Alge ist ein wahrer Alleskönner. Sie entgiftet, stärkt das Immunsystem, sorgt für einen gesunden Darm, regt die Zellbildung an und vieles mehr.

• Ebenfalls beliebt und äußerst hilfreich erweist sich die Grünlippmuschel. Sie stammt aus Neuseeland und wurde schon von den dort lebenden Maori als Heilmittel eingesetzt. Ihr hoher Anteil an Glykosaminoglykanen hilft hervorragend bei Gelenkerkrankungen, Spondylose oder Arthrose.

• Hanf hat eine hohe Vitalstoffdichte, wirkt entzündungshemmend und stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte. Ideal für Hunde, die an Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden.

• Kräuter stehen ebenfalls hoch im Kurs und sind ganzheitliche Wunderwaffen gegen viele Zipperlein. So natürlich wie möglich, lautet die Devise. Gegen fast jede Mangelerscheinung ist ein Kraut gewachsen. Die Auswahl ist riesig, sie reicht vom Alfalfakraut, über die Teufelskralle bis hin zum Weißdorn. Hier ist dringend fachlicher Rat gefragt. Einige Unternehmen bieten fertige Kräutermischungen an, die mehrere Komponenten enthalten, und damit die Auswahl erleichtern.

Es ist unmöglich alle Mittel aufzuführen, daher sollte sich jeder Halter, bevor er eine Nahrungsergänzung wählt, ausführlich beraten lassen. Ob er dann die Präparate in Form von Tabletten, Tropfen, Flocken, Pulver oder Gel dem Futter beifügt, ist reine Ansichtssache und manchmal auch Geschmackssache. Luzy Petersen

copyright Foto oben: @Anja Kiefer/Pixabay

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