Die Tätigkeitsfelder der Hundepsychologen und -trainer sind nicht immer klar voneinander abzugrenzen und auch in der Ausbildung sind viele Lehrinhalte ähnlich, manchmal sogar identisch. Im Vergleich zum Hundetraining, das sich sowohl mit der Erziehung von Hunden als auch mit der artgerechten Auslastung beschäftigt, bilden in der Tierpsychologie die Biologie und Verhaltensökologie zwei wichtige Bereiche, auf die der Psychologe in seiner täglichen Arbeit immer wieder zurückgreift. Diese haben Einfluss auf seinen Blickwinkel und erlauben ihm eine, manchmal etwas andere, Sicht auf die Dinge.

So arbeitet der Tierpsychologe

Der Tierpsychologe setzt grundsätzlich bei der Analyse eines Problems an. Er sieht die Eigenarten des Hundes vielschichtiger und nicht nur dessen vorgründiges Benehmen. Ihn interressiert, aus welchen Gründen der Vierbeiner ein bestimmtes Verhalten zeigt. Gleichzeitig sollen diese Beobachtungen auch dem Mensch helfen, ihren tierischen Gefährten besser zu verstehen. Durch die genaue Analyse erfährt der Halter nicht nur wie sein Hund tickt, sondern kann

Was braucht der Hund?
@Tanjia Heyden-Kaye

diese Erkenntnis auch in anderen, alltäglichen Situationen nutzen. Der eigene Umgang mit dem Vierbeiner als auch die Begegnungen mit anderen Zwei- und Vierbeinern werden sich deutlich verbessern.

Ein wichtiger Punkt ist die Verhaltenstherapie

Der wohl größte Unterschied zwischen Hundepsychologie und Hundetraining zeigt sich im Bereich der Verhaltenstherapie. Dieser wird in der Regel nicht durch Hundetrainer abgedeckt. Typische Fälle sind beispielsweise Kotfressen (Koprophagie), Selbstverstümmelung (Automutilation) oder Leckzwang. Hier liegen die Gründe tiefer und müssen erkannt werden, bevor eine Therapie überhaupt greifen kann. Ein professioneller Hundepsychologe zeichnet sich durch seine Erfahrung aus und wird das Problem gegebenenfalls mithilfe eines Tierarztes, Tierheilpraktikers oder auch einem versierten Hundetrainer zu lösen versuchen.

Den richtigen Hundetrainer finden ist keine Glückssache

Ein Hundetrainer ist der optimale Ansprechpartner, wenn es um Welpenerziehung, Grundkommandos, Leinenführigkeit, Sozialisierung, Anti-Giftködertraining oder die artgerechte Beschäftigung des Vierbeiners geht. Hundeschulen gibt es wie Sand am Meer und ebenos zahlreiche Methoden zur Hundeerziehung. Wie also hier das oder den Richtigen finden? Ein guter Coach wird sich stets weiterbilden, zertifizieren lassen und vor allem ohne Gewalt arbeiten. Viele Wege führen bekanntlich nach Rom. Ob nun Erziehung mit oder ohne Leckerlis, Halsband oder Geschirr – Hund und Halter müssen gleichermaßen in die Hundeschule passen. Sprich: Das Vertrauen zwischen Mensch, Hund und Trainer muss stimmen. Nur so kann der Halter das Gelernte gemeinsam mit seinem Vierbeiner umsetzen.

CITY DOG-Tipp fürs Hundetraining

Hinterfagen Sie beim Hundetraining merkwürdige Methoden, die keinen Sinn ergeben, dem Hund Schmerzen zufügen oder mit Erpressung arbeiten. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und holen Sie sich auch eine zweite Meinung ein. Problemhunde gehören eher in die Hände eines Verhaltensexperten, bevor das dementsprechende Training absolviert werden kann.

copyright Foto oben: Edoma/iStock

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