Wo ist eigentlich der Unterschied in der Ernährung von Minischnauzen und Riesen? Ganz klar, sie pflegen einen unterschiedlichen Lebensstil. Und genau darauf kommt es an.

Kleine Hunde wie Dackel oder Chihuahua verbrauchen pro Kilogramm Körpergewicht mehr Energie als größere. Sie haben im Verhältnis zu ihrem Gewicht eine sehr viel größere Körperoberfläche. Über die geht einiges an Wärme verloren, die mit zusätzlicher Energie ausgeglichen werden muss. Agile und sportliche Mini-Kraftpakete brauchen daher eine energiedichte Nahrung, die Fette, Proteine und Kohlenhydrate optimal kombiniert. Alle anderen benötigen magere Fleischsorten, wenig Kohlenhydrate und mehr Ballaststoffe, um ihr Idealgewicht zu halten.

Darauf sollten Halter großer Rassen unbedingt achten

Ein energieärmeres Futter ist dagegen für Labrador, Rhodesian Ridgeback & Co. von Anfang an empfehlenswert. Durch ihre Größe und ihr Gewicht werden die Gelenke stark beansprucht. Arthrose zählt mittlerweile zu den Volkskrankheiten dieser Rassen. Nahrungszusätze wie Glucosamin und Chondroitinsulfat unterstützen Gelenke und Knorpel.

Die Fütterungsempfehlung ist entscheidend

Bei einem Alleinfutter sind die Zutaten idealerweise schon ausgewogen zusammengestellt. Hier ist es aber wichtig auf die Kalorien zu achten.  Oft sind sie auf der Verpackung angegeben oder aber dort ist ersichtlich, für welch

Bedarfsgerecht füttern
@fotolia

en Hund das jeweilige Produkt geeignet ist. Ein Blick auf die Fütterungsempfehlung ist ebenso hilfreich. Hier gilt die Faustregel: Schnauzen mit einem höheren Kalorienverbrauch können die maximal angegebene Menge bekommen. Wer weniger verträgt, bleibt mengenmäßig im unteren Bereich. Selbst zusammengestellte Mahlzeiten bieten den Vorteil, dass der Halter zwischen mageren oder fetten Fleischsorten wählen und Kohlenhydrate sowie Ballaststoffe bedarfsgerecht portionieren kann.

Der häufigste Irrtum bei kleinen und großen Hunden

Die Kleinen sind besonders mäkelig? Das liegt oft nur daran, dass sie besonders verwöhnt werden und tagsüber zu viele Leckerlis erhalten. Dabei übersieht der Halter leicht, dass durch den Wasserentzug der getrockneten Delikatessen eigentlich die vierfache Menge zugrundegelegt werden muss. Die Minischnauzen sind also einfach nur satt.

Fazit: Bei der Wahl des richtigen Ernährungskonzepts spielen neben der Größe vor allem der Aktivitätslevel, das Alter und die Statur eine Rolle. Ob Kroketten, Dosenfutter oder frische Mahlzeiten – das allein ist nicht nur eine Frage des guten Geschmacks, es muss schlichtweg zu dem felligen Freund und seinem Lebensstil passen.

Autor: Dr. Charlotte Kolodzey (www.vetfoodcoach.de)

copyright Foto oben: biglama – Fotolia

Anzeige