Jeder möchte, dass sein bester Freund bis ins hohe Alter fit und gesund bleibt. Was in seinem Napf landet, ist dementsprechend entscheidend. Aber ist der Vierbeiner auch wirklich gut ernährt? Dabei kommt es nicht nur auf das Gewicht an. 

Was der Hund auf die Waage bringt, ist natürlich ein erster wichtiger Anhaltspunkt und ein optimales Körpergewicht stets erstrebenswert. Aber das alleine reicht zur Beurteilung seines Ernährungszustandes nicht aus, weitere Faktoren spielen zusätzlich eine Rolle. Dazu zählt beispielsweise eine deutlich definierte Muskulatur. Am einfachsten ist diese an den Oberschenkeln zu ertasten. Hier sollte ein fester Muskelbauch spürbar sein, der auf beiden Seiten gleichmäßig ausgeprägt ist. Weitere Ernährungsindikatoren sind auch die Haut und das Fell. Einige gesundheitliche und futterbedingte Probleme sind daran erkennbar. Die Haut als größtes Organ, die in einem ständigen Umbau ist und Haare produziert, reagiert schnell auf Mangelernährung wie zum Beispiel auf das Fehlen hochwertiger Fettsäuren. Allerdings gibt es auch Mangelerscheinungen, die nicht am Fell zu sehen sind. Ein Beispiel ist der Kalziummangel. Daher ist auch ein dichtes und glänzendes Fell alleine kein Garant für einen gesunden und richtig ernährten Hund.

Übergewicht schadet dem Hund

Über das Gewicht unserer Lieblinge wird viel diskutiert. Was der eine „süß“ findet, ist für den anderen schon „dick“, und eine sehr sportliche Figur betrachten manche bereits als „zu dünn“. Die auf der Waage angezeigten Kilos sind jedoch nicht reine Geschmackssache, sondern beeinflussen maßgeblich den Gesundheitszustand des Hundes. Ein Zuviel belastet Gelenke und Organe. Ein zu dünnes Tier leidet oft an einer Unterversorgung mit essenziellen Nährstoffen, hat dementsprechend ein schwaches Immunsystem, eine schlechte Muskulatur und einen gestörten Hormonhaushalt. Beides, sowohl Über- als auch Untergewicht, senken die Lebensqualität und verkürzen die Lebenserwartung.

Dicker Hund – was nun? ©fotolia

Der Body Condition Score des Hundes

Bei der Beurteilung des Gewichts kommt der sogenannte Body Condition Score zum Tragen. Er umfasst drei Körpermerkmale des Tieres.

Als Erstes wird der Hund von oben betrachtet. Dabei sollte bei Idealgewicht eine Taille erkennbar sein. Das bedeutet: Hinter den Rippen ist der Vierbeiner etwas schmaler als am Brustkorb. Sind Rippen und Hüftknochen deutlich zu sehen, ist der Hund eher zu dünn. Keine Taille weist auf Übergewicht hin.

Zur weiteren Beurteilung wird der Körper von der Seite angeschaut. Optimal ist, wenn die Bauchlinie nach oben eingezogen ist. Eine gerade Bauchlinie spricht für Übergewicht. Bei sehr starkem Übergewicht hängt der Bauch.

Am Schluss tastet der Halter die Rippen ab. Sind sie sichtbar oder bei langem Fell sehr deutlich fassbar, ist der Hund eher zu dünn. Bei einem gesunden Gewicht sind sie unter einer dünnen Fettschicht gut mit den Händen zu fühlen. Sind sie schwer zu ertasten oder ist die Fettschicht zu dick, hat der Hund wahrscheinlich Übergewicht.

Natürlich müssen auch rassespezifische Besonderheiten bei der Beurteilung berücksichtigt werden. Das gilt vor allem für sehr dünne Rassen wie beispielsweise die Windhunde, deren Rippen aufgrund ihrer Statur immer zu sehen sind.

Was tun, wenn:

  • der Hund zu schwer ist?
    Dann hilft nur eins: den Kaloriengehalt in der Nahrung zu reduzieren. Ein Alleinfuttermittel sollte dann möglichst mageres Fleisch, aber nur sehr reduzierte und nur ballaststoffreiche Kohlenhydrate wie Vollkornreis enthalten Auch eine spezielle Reduktionsdiät ist sinnvoll, insbesondere bei starker Adipositas. Bei selbst zusammengestellten Rationen können Kohlenhydrate leicht durch Gemüse ersetzt werden. Mit Öl ist sparsam umzugehen. Bei der Auswahl der Proteine steht hochwertiges Muskelfleisch, vom Geflügel und Fisch, auf dem Speiseplan. Auf keinen Fall einfach die Futtermenge reduzieren. Der Hund wird sonst sehr hungrig bleiben, denn neben den Kalorien kürzt der Halter auch automatisch die wichtigen Nähr- und Mineralstoffe, die das Tier aber gerade während der Diät dringend benötigt.
    Bei allen Vierbeinern sind die „Zusatzrationen“ in Form von Leckerlis, Kauknochen und kleinen Belohnungen zwischendurch genau zu überprüfen und gegebenenfalls zu reduzieren. Vor allem getrocknete Kauprodukte sind zum Teil wahre Kalorienbomben.
  • der Hund zu leicht ist?
    Zu dünne Schnauzen sollten auf jeden Fall von einem Tierarzt genau untersucht werden. Oft sind es Sporthunde oder säugende Hündinnen, die trotz großer Futtermengen nicht ausreichend Kalorien aufnehmen. In solchen Fällen kann die Ration durch die Zugabe von hochwertigem Öl und fetterem Fleisch kalorienreicher gestaltet werden.
  • der Hund nicht gesund aussieht?
    Stellen Sie eine schlechte Fellqualität oder andere Symptome fest, die auf das Futter zurückgeführt werden können, ist es ratsam durch den Tierarzt mögliche zugrundeliegende Erkrankungen auszuschließen. Anschließend kann ein Fachmann feststellen, ob der Hund mit einem Alleinfuttermittel oder einer selbst zusammengestellten Rationen alles erhält, was er benötigt, ob ein Mangel oder eine Überversorgung mit Nährstoffen vorliegt.

Vorbeugen ist am effektivsten!

Damit der Vierbeiner gesund bleibt, ist es wichtig, von Anfang an auf ein konstantes Gewicht zu achten. Am einfachsten ist es, ihn zu wiegen, sobald er ausgewachsen ist. Die Zahl, die die Waage anzeigt, sollte dann, von geringen Schwankungen abgesehen, sein Leben lang gehalten werden. Achten Sie bei einem Fertigfutter auf eine hohe Qualität, und halten Sie sich an die Fütterungsanweisungen. Bei selbst hergestellten Mahlzeiten ist eine fachmännische Beratung sinnvoll, damit die Rationen ausgewogen sind. Ernährungspläne helfen bei der täglichen Zubereitung. Besonders bei Welpen ist auf einen wohlproportionierten Nährstoffanteil zu achten, denn im Wachstum kann ein Mangel oder eine Überversorgung einzelner Stoffe schnell zu bleibenden Schäden führen.

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