Hundehäufchen aufheben ist zwar Ehrensache, wird aber gleichzeitig oft zu einem unterschätzten Umweltfaktor. Ein Unternehmen aus Hamburg zeigt, dass es auch anders geht – mit biologisch abbaubaren Hundekotbeuteln oder Tüten aus 80 Prozent Recyclingmaterial (PE).
Im Schnitt benutzt jeder Tierbesitzer zwei Tüten täglich, um das Geschäft seines Hundes zu beseitigen. Das ist zwar erfreulich, dennoch kommt da pro Schnauze ganz schön was zusammen. Noch immer besteht die große Mehrheit der Beutel aus herkömmlichem Plastik, also Erdöl. Einmal gebraucht, werden sie sofort entsorgt. Logischerweise möchte sie niemand ein zweites Mal verwenden. Also ab in den Mülleimer, wo sie auch hingehören, und von da aus in die Müllverbrennungsanlage.

Zwar haben die Säckchen vielerorts geholfen, das Hundekotproblem zu entschärfen, doch immer noch landen sehr viele von ihnen achtlos weggeworfen in der Natur, wie The Sustainable People mit ihrem Umweltprojekt Poop Bag Map zeigen konnten. Oft aus Mangel an Mülleimern, manchmal aus Bequemlichkeit oder aufgrund kultureller Normen. Umweltfreundlich ist das keineswegs.
Das Problem mit den Kotbeuteln
Weiterhin problematisch sind die vielen Produkte aus oxo-abbaubarem Kunststoff, die trotz des im Juli 2021 in Kraft getretenen EU-Verbots verkauft werden. Ähnlich wie bei Oxo-Beuteln werden auch Materialkombinationen wie PE + TPS (Polyethylen + thermoplastische Stärke) teils irreführend als „biologisch abbaubar“ beworben. „Zunehmend verbreitet sind Produkte mit offensiven Aussagen wie „100 % pflanzenbasiert“ oder „0 % Erdöl“, für die nach unserem Kenntnisstand bislang kein einziger Beleg vorliegt“, erzählen Sören Meisner und Arne Krämer von The Sustainable People.

Und selbst wo Bio draufsteht, gibt’s keinen Freifahrtschein für die Entsorgung in der Natur. Einige biologisch abbaubare Materialien benötigen für den Abbau Temperaturen von etwa 60 °C. Daher funktioniert der Prozess bei niedrigen Temperaturen ebenso wenig wie bei PE.
Entscheidend ist, dass der biologische Abbau auch unter hiesigen Wetterbedingungen funktioniert. „Selbst bei Materialien, die für den Abbau bei niedrigen Temperaturen zertifiziert sind, gibt es große Unterschiede“, wissen die Umweltvisionäre. „Bei diversen, selbst durchgeführten Tests in der Natur stellten wir fest, dass einige der getesteten Produkte auch nach einem Jahr noch vollständig intakt waren und nur kleine Löcher aufwiesen.“ Zum Vergleich: die biologisch abbaubaren Hundekotbeutel von The Sustainable People haben alle Tests bestanden und waren nach circa 12 Wochen fast vollständig abgebaut.
Beutel aus nachwachsenden Rohstoffen
Das Hamburger Unternehmen bietet biologisch abbaubaren Hundekotbeutel oder alternativ Tüten aus 80 Prozent Recyclingmaterial (PE). Die TSP-Bio-Varianten bestehen zu 30 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen, sind OK compost HOME zertifiziert, sodass sie auch bei niedrigen Temperaturen abbaubar sind. Die TSP
Recycling Beutel tragen den Blauen Engel und werden in der EU hergestellt.
Oxidations-und Hydrolyseprozesse sorgen im Wesentlichen dafür, dass sich die Beutel auf natürliche Weise zersetzen. Mikroorganismen wie Bakterien, Protozoen oder Pilze beziehungsweise Enzyme nutzen das Material der Bio-Hundekotbeutel als Nahrung und Energiequelle. Nach dem Abbauprozess bleiben als Restprodukt lediglich Wasser, Kohlendioxid (CO2), mineralische Salze sowie Biomasse zurück.
Die TSP Recycling Beutel bestehen zu 80 Prozent aus Post-Consumer Rezyklat, sind mit dem Blauen Engel zertifiziert und werden in der EU hergestellt.
Am besten umweltfreundlich denken
Um das Thema Hundekotbeutel faktenbasiert aufzuarbeiten, hat das Unternehmen ein neues Poster erstellt, das alle gängigen Materialtypen vergleichend darstellt – von PE-basierten über biobasierte bis hin zu papierbasierten Alternativen. Das Poster und weiteres Hintergrundwissen sind auf der Webseite von The Sustainable People zu finden.
Es wäre wünschenswert, wenn immer mehr Frauchen und Herrchen zu einer ökologischen Variante greifen, umweltfreundlicher denken und sich auch so verhalten. Denn eins ist klar: Ob bio oder nicht – der Beutel gehört stets in einen Mülleimer. Suzanne Eichel
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TSP Bio-abbaubare Hundekotbeutel mit Henkeln
The Sustainable People TSP Recycling Hundekotbeutel
Alle Fotos © The Sustainable People




