Vom Rasse(wahn)sinn bis zur Wundertüte

Der Hund gilt als bester Freund des Menschen, muss aber leider auch oft als „Trend-Accessoire“ herhalten. Zeit für einen Versuch, zu verstehen, warum es Qualzuchten und teure Designerhunde gibt.

 

Neulich kam ich mit einer Freundin auf das Thema Rassehunde zu sprechen. Sie schwört auf Whippets. Ein Mischling käme für sie nicht infrage, denn „da weißt du nicht, was du kriegst, charakterlich und körperlich“. Bei Rassen wäre das anders, da seien die Eigenschaften klar. Nach dieser Diskussion beschleicht mich ein gewisses Unwohlsein, und es bleiben viele Fragen offen. Sind Mischlinge die „schlechtere“ Wahl? Brauchen wir Designerhunde wie Pitsky, Schäfer-Chow, Cheagle, Maltipoo, Schnoodle, Boxador und Labradoodle? Wann machen Rassehunde Sinn, wann beginnt der Rassewahnsinn? Und wo bleibt bei all dem die Würde des Hundes?

 

Mit diesen Fragen wende ich mich an den VDH, den Verband des Deutschen Hundewesens. Ich spreche mit Udo Kopernik, der mit mir zunächst einen Ausflug in die Vergangenheit unternimmt. „Die Rassehundezucht, wie wir sie heute kennen, ist Ausgang des 19. Jahrhunderts entstanden“, erzählt er. Die Verbindung zwischen Mensch und Hund währt aber schon Jahrtausende, in denen unsere heutigen Hunderassen ihre Wurzeln haben. Denn auch unsere Vorfahren wählten ihre Fellnasen nach körperlichen und geistigen Eigenschaften wie Geruchssinn, Wachsamkeit, Schnelligkeit, Ausdauer, Eigenständigkeit, Gehorsam, Freundlichkeit und Aggression aus. Das Resultat sind Vierbeiner für Schäfer, Jäger, Polizei, Rettungswacht, Feuerwehr, Blinde und Familien, Stadt und Land. Ihr rassetypisches Erbe gilt als relativ verlässlich. Woraus sich der Sinn einer Rasse ergibt: „Ich kann leichter den Hund finden, der zu mir passt“, so Kopernik.

 

Die vollständige Reportage lesen Sie in der aktuellen Ausgabe.



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Ein Streifzug durch die Historie unserer Vierbeiner zeigt, dass ihr Leben und ihre Aufgaben ganz verschieden waren. Sie lebten sehr einfach als Bauernhunde oder als liebevoll umsorgte Adelshunde, manche hatten eine echte Aufgabe, andere sollten nur repräsentieren oder aber unterhalten.