Interview mit Günther Bloch

„Was uns auf den Zeiger geht, ist nicht erlaubt!“

Er ist der Experte der Canidenforschung, Altachtundsechziger, Hippie und Musikfreak mit viel sarkastischem Humor. Günther Bloch erklärt in seinem neuen Buch, wie Tierbesitzer entgegen den derzeitigen Trends Haushunde ohne Drama auf einfache und effektive Weise „hinbekommen“. Klartext über seinen persönlichen Weg zum Hundemenschen.

 

CD: Niemand ist perfekt, und manchmal ist es unumgänglich, sich altes Wissen in Erinnerung zu rufen, oder?

 

GB: Da sagen Sie was. Heutzutage hat man ja schon den Eindruck, dass sich insbesondere die Moralprediger der Szene für perfekt halten. Fehlt nur noch ein strahlender Heiligenschein. Moral nach Gutdünken hat Hochkonjunktur. Ethisch-moralisches Ziel ist es, Hunde ständig und dauernd „glücklich zu machen“. Unethisch und unmoralisch ist hingegen, flegelhafte Hunde gelegentlich mal ganz konkret „anzublaffen“. Menschen, die so etwas tun, sind das Letzte. Die haben keine Ahnung. Einfach nur rückschrittlich. Fertig!

 

CD: Was hat es diesbezüglich mit dem Zauberspruch „Guck mal hier!“ auf sich?

 

GB: Im Moment wird ja das „Schau mich an!“ hochgejubelt. Eigentlich verblüffend, da es doch nur eine schlechte Kopie ist. Das Original hieß und heißt „Guck mal hier!“ und wurde von uns schon zu alten Flower- Power-Zeiten erfunden. Demnach scheinen wir die Modernen zu sein. Unter musikbegeisterten Hundemenschen war es schon Anfang der Siebzigerjahre gang und gäbe, unseren frei laufenden Vierbeiner über ein freundlich-betontes „Guck mal hier!“ positiv verstärkte Orientierung zu verschaffen. Doch auch heute kann ein jeder zur Förderung der Geselligkeit, wie ich es in meinem Buch beschrieben habe, das Ritual „Guck mal hier!“ einüben. Und wird vom Resultat begeistert sein. Die Hunde sind garantiert aufmerksamer als zuvor. Finden ihre Menschen deutlich interessanter. Was will man mehr. CD: Die Hundeerziehung erlebt immer wieder neue ideologische Wellen, die von einem Extrem ins andere schlagen und den Hundehalter oft an einen Scheideweg bringen. Sie votieren für mehr gesunden Menschenverstand. Warum? GB: Weil Haushunde keine Götter sind. Und weil sie uns Hundemenschen, die in der Realwelt leben, mitunter einfach auf den Zeiger gehen. Das ist doch ganz normal, wenn man tagtäglich zusammen ist. Dann gilt es, für Struktur zu sorgen. So einfach ist das. Da gibt es nichts aufzublähen ...

 

Das vollständige Interview finden Sie in der aktuellen Ausgabe.