Vermeintliche Wahr-
heiten und ihre Folgen

Seit Jahrzehnten halten sich hartnäckig fragwürdige Tipps zu Erziehung, Verhalten oder der Ernährung des Hundes. Sie basieren zum Beispiel auf der Dominanztheorie oder der Legende von den Tieren, die alles unter sich regeln. Diesmal befassen wir uns mit den Mythen rund um Bindung, Angst und dem Knurren des Vierbeiners und erklären, was es damit auf sich hat.

 

Mythos 1: Unerwünschtes Verhalten bedeutet keine oder schlechte Bindung Der Hund reagiert nicht zuverlässig auf den Rückruf, jagt lieber, ist äußerst erkundungsfreudig, findet das Spiel mit anderen Menschen oder Artgenossen interessanter, will das geliebte Spielzeug nicht abgeben oder ist an der Leine ständig im Schnüffelmodus? Die Liste der unerwünschten Verhaltensweisen, die oft einer schlechten Bindung in die Schuhe geschoben werden, könnte geradezu endlos sein. Auch das Internet ist voll mit Test-Fragebögen zur Bindungsqualität. Die Aussage aber, dass ungewolltes Verhalten auf einer schlechten Beziehung basiert, ist nicht nur demoralisierend für den Hundehalter und stellt seine Sozialkompetenzen infrage – sie ist schlichtweg falsch!

 

Eine stabile Bindung ist exklusiv und als sozial-emotionale Verbundenheit nicht austauschbar. Die Grundlage dafür bildet das Vertrauen in die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit des Partners. Für den Hund bedeutet Bindung, durch seinen Halter soziale Nähe zu erfahren, sich beschützt zu fühlen, angstfrei die Welt erkunden und sich ausprobieren zu können. Wird aber jegliche Autonomie unterbunden und die Entwicklung sozialer Kompetenzen nicht gefördert, führt genau dies zu Problemen zwischen Zwei- und Vierbeiner. Auch ein zu viel an Nähe und Fürsorge kann in Verhaltensstörungen des Hundes enden, ebenso wie ein permanent unsicheres, ängstliches, launisches oder ambivalentes Verhalten des Menschen ...

 

Mehr darüber und über weitere Mythen lesen Sie in der aktuellen Ausgabe.



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