Interview mit Dr. Ádám Miklósi

„Ein Hund hat eigene Bedürfnisse“

In seinem neuen Buch „Der Hund – Geschichte, Biologie, Rassen“ wird der beste Freund des Menschen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Neben der Entwicklungsgeschichte geht es aber auch um viele weitere Faktoren und nicht zuletzt um die Bindung zwischen Zwei- und Vierbeiner. Wir trafen den Verhaltensforscher Dr. Ádám Miklósi zu einem spannenden Interview.

 

CD: Was sind Ihre Beweggründe für das „Family Dog Project“, und was genau erforschen Sie dort?

 

AM: Am Anfang war es nur eine Herausforderung für einen Ethologen wie mich. Vor 25 Jahren gab es keine Hundeverhaltensforschung, aber wir hatten eine sehr interessante Fragestellung: Wie hat sich der Hund während der Domestikation verändert, und welche Eigenschaften ermöglichen es ihm, dass er so einfach in unseren Familien seinen Platz findet?

 

CD: Unsere Haushunde sind fester Bestandteil unserer Gesellschaft, haben als Begleiter des Menschen vielfältige Aufgaben zu erfüllen und müssen sich entsprechend neuen Herausforderungen stellen. Was hat sich generell verändert?

 

AM: Die Tiere selbst haben sich im Wesentlichen nicht verändert, eher die Umwelt. Heute sprechen wir über Familienhunde, die weniger Erfahrung über ihre „natürliche“ Umwelt, aber dafür mehr Möglichkeiten haben, ein enges Verhältnis mit Menschen in der Familie zu entwickeln. So hat die Domestikation wahrscheinlich einige soziale Fähigkeiten gefördert. Dazu gehört die Bindung zu seinem Besitzer, die selbst hoch sozialisierte Wölfe nicht gegenüber ihren Betreuern zeigen. Das hat Vor- und Nachteile: Es ist gut, dass der Hund in einer sozialen Gruppe leben kann, aber die Besitzer vergessen oft, dass er, als ein Hund, auch seine eigenen Bedürfnisse hat.

 

Das vollständige Interview finden Sie in der aktuellen Ausgabe.