Schlapp- oder Stehohren?

Beagle sind für ihre Schlappohren bekannt, Terrier und Huskys dagegen haben spitze Hörorgane. Was die Form der Ohren über den Charakter der Vierbeiner aussagt, und warum ihr wölfischer Urahn keine hängenden Lauscher hat, damit befassten sich berühmte Naturforscher schon früh.

 

Es gibt zwar eine große Vielfalt an Hunderassen, aber letztendlich können sie alle in zwei Kategorien unterteilt werden: solche mit Schlapp- und solche mit Stehohren. Bei den engsten Verwandten der Hunde, den Wölfen, kommt hingegen nur eine Form vor: die Stehohren. Die Frage, warum Hunde herunterhängende Ohren haben können, Wölfe aber nicht, beschäftigte vor 150 Jahren bereits Charles Darwin. Sein bekanntestes Buch ist zweifelsohne „On the Origin of Species“, zu deutsch „Über die Entstehung der Arten“. Es legte die Grundbausteine für unser Wissen über die Evolution von Lebewesen, und Wissenschaftler beziehen sich noch heute darauf.

 

Weniger bekannt ist sein Folgewerk „The Variation of Animals and Plants under Domestication“ (Das Variieren der Tiere und Pflanzen im Zustande der Domestikation). Dieses damals ebenfalls bedeutende Werk wurde 1868 veröffentlicht und feiert dieses Jahr seinen 150. Geburtstag. Darin beschäftigte sich der Begründer der Evolutionstheorie damit, wie der Mensch die Vielfalt in Flora und Fauna beeinflusst hat. Ihm war unter anderem aufgefallen, dass viele domestizierte Tiere herunterhängende Ohren aufwiesen. Nicht nur Hunde, sondern auch Ziegen, Schafe, Schweine, Kaninchen und sogar einige Katzen, wie die Rasse „Scottish Fold“. Darwin schlussfolgerte daraus, dass die Domestikation durch den Menschen in irgendeiner Form dazu führen musste, dass die Tiere ihre Ohren nicht mehr aufstellen und nur noch geringfügig drehen und bewegen konnten.

 

Hatte Darwin mit seiner Annahme recht? Eine Antwort darauf und viele weitere Erkenntnisse zur Genetik der Hundeohren lesen Sie in der aktuellen Ausgabe.